2,928571428571 – oder alt und glücklich

20 10 2007

Der chinesisch-amerikanische Nobelpreisträger in Physik, Yang Zhenning, ist glücklich verheiratet. Während des Besuchs der Sun Yat-Sen Universität in Guangzhou sagte er auch noch, seine Frau mache ihn jünger und vitaler. Und dann wurde er noch händchenhaltend und im Hotelpool mit seiner Frau plätschernd in vielen chinesischen Medien und auf unzähligen Internetseiten abgebildet. Und er fügte noch hinzu: Sie lässt mich wirklich die Energie der Jugend spüren.

Nun, das alleine wäre noch keiner Nachricht wert. Aber: Yang ist 85 und seine Frau… 31. Ja richtig: 54 Jahre Unterschied, oder mit anderen Worten: Herr Yang (wird wie young ausgesprochen) war zum Zeitpunkt der Heirat vor drei Jahren 82 und seine Braut 28, also 2,928571428571 älter. Pourquoi pas? Durch ihre Heirat am Heiligabend 2004 wurden Professor Yang und die Studentin Weng Fan in China über Nacht berühmt. Sie halten Chinas Medien und das Internet so ähnlich in Atem, wie in Deutschland etwa Effe und seine Was-erlauben- Strunz-Blondinen oder Bohlen und seine Veronas.

Aber im Unterschied zu Deutschland, wo der Bild-Leser oder Fernsehzuschauer über die Chaoten aus der Rubrik Sie sündigen so schön für uns! bestenfalls mit der Schulter zuckt, häufiger aber einen Vogel zeigt, ist mir hier in China – weder in den Medien, noch in den Blogs oder privat – noch keine abfällige Bemerkung, Kritik oder gar Entrüstung über diese Beziehung begegnet. Es amüsiert die Chinesen eher ein wenig, viele bewundern die beiden gar. Vielleicht symbolisiert dieses Paar in den Augen der Chinesen das Ideal des glücklichen langen Lebens, seit mehr als zwei tausend Jahren eines der höchsten Ziele des Individuums in der chinesischen Kultur.

Yang bekam den Nobelpreis 1957 für seine Arbeit auf dem Gebiet der Elementarteilchen (…for the penetrating investigation of the so-called parity laws… – wie es in der Begründung heisst). Seit 2003 hält Yang regelmässig Vorlesungen – ausschliesslich für Studienanfänger und -anfängerinnen – an der weltberühmten Qinghua-Universität in Beijing. Dort kann er seine Elementarteilchen offensichtlich in aller Ruhe betrachten und nach wie vor in penetrating Manier ausgiebig erforschen. Das nenne ich Alltagsanwendung von ansonsten furztrockener Elementarteilchenphysik!

young_yang1.jpg

 

Weitere Fotos des Paares:

http://www.chinadaily.com.cn/china/2007-09/25/content_6133691.htm

 

 

 

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3 responses

21 10 2007
wenwen

😀

21 10 2007
wenwen

actually it is some kind of scandle in china…and the professor most of the time did not teach or work as he promised at the very biginning…so he lost a lot of his reputation in china….

21 10 2007
willanders

he lost his mind on this young lady, his wife ;-)))) he just want to have fun at the end of his life.

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