Ollywood auf Qi’ao Dao

11 10 2007

Bin letzten Sonntag mit dem Bus bis zur Endhaltestelle gefahren und von dort aus in einen Naturpark gegangen. Die Ollywood International Film and Television Culture City wird gelegentlich für Filmaufnahmen genutzt, vor allem wenn es darum geht, dass ein verliebtes Pärchen von einem Berg hinunter die im Meer versinkende Sonne anseuftzt. Ein romantisches Fleckchen Erde eben – das man sich allerdings erst im Schweisse des gesamten Körpers (nach dieser Wanderung weis ich, dass mit im Schweisse des Angesichts höchstens ein Halbtagsjob bei einer deutschen Behörde gemeint sein kann) hart erarbeiten muss. Bei mir lief nämlich nach wenigen Minuten des Aufstiegs der Schweiß nur so runter. Mein T-Shirt klebte fest an meinem Oberkörper und sah aus wie ein Lappen, der gerade aus dem Wischeimer rausgenommen wurde, noch vor dem Auswringen. Meine kurze Hose schloss sich dank der Schwerkraft diesem Prozess wenig später an. So müssen früher die China-Flüchtlinge ausgesehen haben, die das Perflussdelta auch von hier aus rüber nach Hongkong geschwommen sind, kurz nachdem sie dort an Land gingen.

Auf einem abseitigen Pfad, der für Besucher eigentlich verschlossen ist – und derartige Ausblicke wollen sie einem vorenthalten! Für mich steht fest, beim nächsten Mal will ich da unten schwimmen gehen! -:

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kam mir eine kleine Gruppe Chinesen entgegen, die sich von meinem augenblicklichen Zustand nicht abgestossen fühlten und mir anboten, mit ihnen gemeinsam weiter zu wandern. Und so bin ich bis zum Schluss mit diesen netten Arbeitskollegen aus Zhuhai gewandert, die ihren Sonntagsausflug hier gemacht haben.

Zunächst sind wir den Berg hochgegangen. Auf dem Gipfel steht eine etwa zehn Meter hohe Statue der Guanyin – der Göttin der Barmherzigkeit. Danach stiegen wir auf der anderen Seite den Berg runter, durch einen tropischen Wald, bis zur Küste. Unten angekommen haben wir entschieden, nicht den selben Weg über den Berggipfel zurückzugehen, sondern an der Küste entlang, bis zum nächsten Dorf, von dem der Bus fährt.

Der gesamte Weg dorthin bestand allerdings aus riesigen Felsbrocken, die erst einmal erklettert, ersprungen und errutscht werden mussten. Dabei habe ich Abschied von der Vorstellung genommen, Chinesen seien völlig unsportlich. Sie sind nämlich über diese vielen Riesenbrocken gehüpft, als ob sie ihren täglich Reis als Sherpas für Reinhold Messner verdienen würden. Und die ganze Zeit beschäftigte mich die Frage: Warum schwitzen sie bloss nicht?

Die Fotos sind zu sehen hier: www.putfile.com/zhouzhouforwenwen

Album: Ollywood

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