Zu teuer? Zu billig? Egal, China ist immer schuld

9 10 2007

Im Streit um billige Stahlimporte aus China will die Bundesregierung den Druck auf China in der Europäischen Union erhöhen, berichtet die tagesschau: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/stahl10.html. Unter anderem heisst es dort: Stahlhersteller wie ThyssenKrupp und Salzgitter werfen China vor, (…) mit Billig-Stahlprodukten auf die internationalen Märkte zu drängen. Die Konzerne wollen sich nun dagegen wehren. China ist der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt und seit kurzem Nettoexporteur. Der deutsche Stahlverband rechnet damit, dass das Land in diesem Jahr zehn Millionen Tonnen Stahl in die EU exportiert – doppelt soviel wie 2006. Am stärksten wird (…) die Nachfrage in Brasilien, Russland, Indien und China steigen, das inzwischen der weltweit größte Stahlproduzent und Stahlverwender ist.

Also ich, Mensch von geringem Verstande, begreife da etwas nicht. Jahrelang wird auf China von allen Seiten eingeprügelt: Nur wegen Chinas unstillbarem Hunger nach Stahl stiegen seine Preise ins unermessliche. Ob Fahrpreiserhöhung bei der Deutschen Bahn ab Dezember (Stahlpreise sind zu hoch) , ob Bauverzögerungen bei etlichen deutschen Bauprojekten (weil die Chinesen jedweden Stahl aufkaufen, so die Projektleitung einer Bahnlinie in München) – an allem ist China schuld. Und nun heulen sie, dass der Stahl billiger geworden ist – und wer ist schuld? China natürlich. Also liebe deutsche Wirtschaftsexperten und Politiker, entscheidet euch! Entweder, oder. Beides geht nicht.

Fakt ist: China hat innerhalb von nur zwei Jahren seine Stahlproduktion fast vervierfacht, und dementsprechend wird der Überschuss nun auf dem Weltmarkt angeboten. Und weil es davon so viel gibt, ist er günstig zu haben. Volkswirtschaftslehre, 1. Semester, 1. Vorlesungsstunde.

Advertisements

Aktionen

Information

3 responses

9 10 2007
Fynn

Weil mir die google Übersetzung so gefällt: Over this (the Steelprices) I have gestolpert in the tv news too. It’s me a raetsel over what the germans are beschwering theirselves.

Naja, „wie dem auch sei“ (Christians Best of the 80’s) das Wetter wird hier immer schlechter. Ich sitz früh morgens im Büro am Telefon und am Computer und höre Abba. Die Welt kann also so schlecht noch nicht sein.

Heute Abend kämpft Sperber gegen Teutonia ums Pokalachtelfinale. Das überträgt doch bestimmt so ein chinesischer Priatensender oder nicht? Ansonsten kann ich Dir morgen nur sportnord.de empfehlen. Ich bin jedenfalls schon fast so aufgeregt wie vor einem HSV-Spiel. So als Zuschauer ist das alles doch ein wenig anders.

9 10 2007
willanders

wieso sitzt du im Büro, in wessen Büro? … wie dem auch sei. Diese Live-Übertragung ist doch technisch kein Problem. PC oder Laptop an, eine Webcam anschliessen, auf das Spielfeld richten und gut is. Dann nur noch mir Bescheid sagen… Ich stell schon mal den chinesischen Tee kalt.

9 10 2007
willanders

wo wir schon bei TV übers Internet und sonem Fummelkram sind: Was ist mit Dittsche los? Bin gerade bei Youtube und erkenne Dittsche nicht wieder: Kneipe, Meiningo vor dem Tresen, ein Frau… was ist da bloss los???

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: