Das Wort zum Sonntag

6 10 2007

Wo ich schon heute einen ungehinderten Zugang zu meinem Blog habe! Dann schreib ich eben weiter. Hinzukommt, dass das Wetter von der Sorte ist, bei dem man keinen Hund vor die Tür jagen darf: er würde an Hitzeschlag elendig zugrunde gehen (38°C, im Schatten!). Ein kleiner Beitrag, über den ich im Blog-All gestolpert bin:

http://momentmal.wordpress.com/2007/10/03/zwu-chunusun-mut-dum-kuntrubuss/

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9 responses

6 10 2007
I.P

schreib doch mal was über die chinesischen schweinereien bzgl ihrer tibetpolitik oder die chinesische ignoranz in der UNO bzgl der myan mar-frage!

7 10 2007
willanders

hi I.P.,

ich denke ich werd was über Tibet schreiben, nachdem ich mein Wissen verifiziert habe, das heisst dort war und/oder mich mit Tibetern unterhalten habe. Die Wahrheit ist immer komplexer als man denkt und als die – deutschen – Medien diese versimplifizieren. Beispielsweise dieser Artikel hier:
(untenstehend im Wortlaut), liefert einen Blick aus einer anderen Perspektive.

Auch das neue Buch vom Spiegelredakteur Erich Follath: „Das Vermächtnis des Dalai Lama“ behält, für die Deutschen eine Ausnahme, einen kühlen Kopf, wenn es um Tibet und Dalai Lama geht. (das Buch habe ich allerdings nicht gelesen, nur die Rezensionen)

Dieser Artikel: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,496939,00.html ist auch erfrischend anders (…Da kommt ein Mann mit orangefarbenem Gewand und predigt Kalendersprüche…)

Und was die Unabhängigkeit Tibets angeht, da nennt selbst Dalai Lama diese Tibeter als „Idioten“ (den Link zum Spiegel-Interview finde ich auf die Schnelle nicht).

Oder nehmen wir mal die UNO und Chinas Taktik darin in Bezug auf Myanmar. Ich denke, das macht dort jede Vetomacht, und zwar seit langem: vor allem die eigenen Interessen verteidigen und durchsetzen. Ob USA, Russland, Frankreich und wie sie alle heissen. Da gibt es m.E. keine Unterschiede. Und nun versucht China seine Interessen in Myanmar zu schützen. Schön ist es nicht, aber eben der Alltag.

Allerdings den dreistesten Fall von Misbrauch der UNO haben sich m.E. die USA geleistet, als sie mihilfe von gefälschten Geheimdienstangaben einen Krieg durchgesetzt und begonnen haben, der immer noch andauernd. Das ist einmalig in der Geschichte der UNO. Einfach nur dreist, oder der Ausblick auf die Zeit, wenn eine einzige Supermacht die Weltpolitik bestimmen sollte.

Und hier der versprochene Artikel:

Gott-König im Exil
Der Dalai Lama ist ein reaktionärer Feudalherr und gewaltbereiter Rassist. Doch im Westen wird der China-Kritiker gefeiert

Von Rainer Rupp

Tenzing Gyatso, so sein bürgerlicher Name, weilt wieder in Deutschland und wird bejubelt. Scheinbar alle wollen den Dalai Lama sehen, den »Botschafter des Friedens und der Toleranz«, wie er fälschlicherweise von seinen Förderern und Anhängern genannt wird. Denn der »Gott-König« – und nichts anderes bedeutet »Dalai Lama« – ist nicht der »kleine unbedeutende Mönch«, als der er sich in gespielter Bescheidenheit gerne ausgibt, sondern ein knallharter Vertreter der wirtschaftlichen und politischen Interessen seiner feudalistischen Klasse. Der in der Öffentlichkeit stets mild lächelnde Dalai Lama ist kein »Friede-sei-mit-Euch«-Guru aus einem kalifornischen Aschram, auch wenn er sich selbst als »Ozean der Weisheit« bezeichnet, sondern hinter seinem ständigen Grinsen versteckt sich das eiskalte Kalkül eines rigorosen Machtpolitikers. Denn der von Angela Merkel am Sonntag im Kanzleramt empfangene 14. Dalai Lama ist nicht nur ein Feudalherr im Exil, sondern auch ein Rassist, und er ist weder tolerant noch friedliebend.

Der Dalai Lama unterscheidet sich durch nichts von anderen, nicht demokratisch gewählten Monarchen und absolutistisch regierenden Feudalherren, die in verschiedenen Regionen der Welt auch heute noch ihre Untertanen ausbeuten. Trotz seiner, im ersten Teil seines Titels suggerierten Nähe zu Gott ist der Dalai Lama vor allem König und folglich ein Politiker. Da bleibt nur die Frage, was für ein Politiker ist er? Zu den aufgeklärten Monarchen gehört er jedenfalls nicht, denn er kämpft für die Wiedereinführung der Privilegien seiner Klasse in Tibet, zu der auch die Sklavenhalterei und Leibeigenschaft gehörte. Bevor er 1959 nach einem blutigen, gegen die sozialistischen Veränderungen im Land gerichteten Umsturzversuch aus Tibet geflohen war, besaß allein die Familie des Dalai Lama über 3000 Sklaven.

Von interessierten westlichen Kreisen wird der Dalai Lama gerne als »einfacher Mönch« und »spirituelle Persönlichkeit« präsentiert, der ganz im Geiste Gandhis der angeblich »völkerrechtswidrigen chinesischen Besatzung Tibets« einen resoluten, passiven friedlichen Widerstand entgegensetzt. Dafür wurde er von dem von Westinteressen dominierten Nobel-Komitee auch 1989 mit dem »Friedenspreis« ausgezeichnet, obwohl der Dalai Lama genau das Gegenteil eines Pazifisten ist und in der Vergangenheit auch nicht vor Mord und Totschlag zurückgeschreckt ist, um seine Interessen durchzusetzen. Heute hat man passenderweise vergessen, daß »Seine Heiligkeit« ein Anstifter und Aufhetzer des blutigen Aufstandes von 1959 gegen die halbautonome Regierung von Tibet war, weil die sich daran gemacht hatte, sozialistische Reformen im Land einzuführen. Tausende von fortschrittlichen Tibetern kamen damals bei den Gemetzeln der reaktionären Ultras ums Leben, bis schließlich die Volksbefreiungsarmee eingriff und dem Spuk ein Ende setzte. Die feudalistischen Lamas, mit dem Dalai an ihrer Spitze, flohen mit ihren Anhängern unter Mitnahmen des nicht unbedeutenden nationalen Goldschatzes ins indische Exil. Erst danach entstand die Mär von der chinesischen Besatzung Tibets und vom Dalai Lama, der als »friedfertiger Mönch« der mit den gewaltfreien Mitteln Gandhis dagegen kämpft.

Daran, daß die Zentralregierung Chinas seit mehr als 700 Jahren ununterbrochen auch die Souveränität über die Provinz Tibet gehabt hat und Tibet zu keinem Zeitpunkt ein unabhängiger Staat war, besteht kein Zweifel Millionen von historischen tibetischen und chinesischen Dokumenten in Peking, Nanking und Lhasa belegen das. Keine Regierung der Welt hat je Tibet als unabhängigen Staat anerkannt. Auch in einer Anweisung des britischen Außenministers Lord Lansdowne aus dem Jahre 1904 heißt es, daß Tibet »eine Provinz des chinesischen Reiches ist«.

Und in einer Rede im Jahre 1954 sagte der indische Premierminister Jawaharlal Nehru: »Soweit ich weiß, hat seit Jahrhunderten kein fremdes Land Chinas Souveränität über Tibet je in Frage gestellt.« Genau das aber tun die Westmächte mit ihrer anhaltenden Unterstützung der tibetanischen »Exilregierung« und deren Anführer, des Dalai Lama. Denn nach dem Sieg der kommunistischen Revolution in China 1949 hatten die Westmächte, allen voran die USA, in Asien ein zweites »Reich des Bösen« heranwachsen gesehen. Deshalb taten sie alles, um das neue China zu schwächen, wozu auch die politische und militärische Unterstützung der gewaltbereiten Separatisten in Tibet gehörte.

Inzwischen kämpft der Dalai Lama mit rabiater Intoleranz gegen eine Gruppe innerhalb der Exil-Tibeter, die sich dem Orakel-Gott »Schugden« zuwenden und ihm opfern, von dem sich aber der Dalai Lama persönlich bedroht fühlt. Die Schugden-Anhänger wurden zu »Volksfeinden« erklärt, Listen mit Namen und Fotos der »Volksfeinde« und ihrer Kinder wurden aufgehängt. Die Hexenjagd innerhalb der Exilgemeinde gegen die Schugden-Anhänger soll sogar Todesdrohungen beinhaltet haben. Der Dalai Lama ist jedoch nicht nur ein intoleranter, gewaltbereiter Feudalherr und politischer Hasardeur, sondern auch ein Rassist. Als solcher hatte er sich vor Jahren auf seiner Webseite im Internet geoutet, auf der seine Landleute in Tibet vor der rassistischen Durchmischung mit den zugezogenen Han-Chinesen gewarnt wurden. Offensichtlich soll die tibetanische Rasse rein bleiben. Als solche Forderungen von den weißen Rassisten in Südafrika gestellt wurden, erhob sich weltweit ein Aufschrei der Empörung. Beim tibetanischen Gott-König sieht man geflissentlich darüber hinweg. Der Menschenrechtsdialog ist allein Peking vorbehalten.

7 10 2007
wenwen

surprise……

so many……

7 10 2007
willanders

…und weil der letzte Kommentar sonst zu lange geworden wäre, hier noch was separat. Diese Entwicklung macht mir schon lange Sorgen:

http://www.tagesschau.de/ausland/meldung488682.html

aber darüber wird praktisch nicht berichtet. Was geht uns das schon an? Der Tourismus in Thailand wird ja weiter gehen. Das ist die Hauptsache. Und wenn da alle buddhistischen Mönche und Gläubige ermordet sind, buddhistische Tempel geschleift sind und an ihrer Stelle Moscheen stehen… Nun, Hauptsache der Muezzin singt nicht zu laut. Aber dann beschweren wir uns eben bei der Hotelleitung, die wird’s schon richtet. Und wenn nicht, dann machen wir nächstes Jahr Urlaub auf den Malediven; was, auf den Malediven geht’s langsam auch nicht?

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,508894,00.html

Na dann eben ganz woanders. Und in Deutschland soll es in den nächsten Jahren auch immer wärmer werden!

7 10 2007
willanders

@wenwen

it’s about politics. you know this is always a little bit more complicated. 😎

8 10 2007
wenwen

……..

9 10 2007
I.P

Leserbriefe
Selbstbestimmung
Leserbrief zu dem Artikel Gott-König im Exil vom 24.09.2007:
Es freut mich sehr, dass Rainer Rupp gegen Rassismus, Sklaventum und Unterdrückung ist. So wird er gewiss befürworten, dass man den Tibetanern die Freiheit einräumt, per Volksentscheid ihre Zugehörigkeit zu China zu bekräftigen oder aufzulösen. Oder sollte den „Sklaven“ nicht einmal das Recht eingeräumt werden, sich ihren Unterdrücker selbst zu wählen?
Werner Donges

So ist es wohl doch auch bei Myanmar, dem eben auch dieses Selbstbestimungsrecht zusteht –
war da mal nicht ein vergleichbarer Satellitenstaat in der jüngeren deutschen -Nachkriegsgeschichte? – und trotz und gerade wegen der einseitigen Interessenpolitik von „Weltmächten“ sollte die Welt (-Öffentlichkeit) eben nicht wieder nur resignativ achselzuckend für die nächsten (20?) Jahre diesen „nicht unschönen Alltag“ einfach nur passiv hinnehmen…

Da war doch noch was: ach ja:
Die Oppositionsführerin in Myanmar hat den Nobelpreis ja auch nur
„von dem von Westinteressen dominierten Nobel-Komitee“ bekommen…

——————————————————————————–

9 10 2007
willanders

Hi I.P.

1.Referendum

Also was das geforderte Referendum angeht, da will ich die gleichen Rechte haben, die du hier für die Tibeter forderst! Aber zumindest solche, die die Franzosen und Holländer bereits haben. Oder hab ich das Referendum in Deutschland verpasst, wo es darum ging, ob der EU-Vertrag eingeführt wird? Eine vergleichbare Frage, und global gesehen, eine überaus wichtigere Angelegenheit als die Tibet-Frage. Wurdest du da gefragt, ob du den EU-Vertrag willst?

Und wenn die Amis sich da aufregen, da kann ich denen nur zurufen: Haltet es mit den Anonymen Alkoholikern! Von denen stammt der Spruch: Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.

In diesem Sinne sollten sie sich zuerst um machbare Dinge kümmern, wie Demokratie in Saudi Arabien oder in Ägypten. Das wäre doch was! Da könnten sie vor der Welt ein wenig an Glaubwürdigkeit gewinnen. In Tibet werden weder freitags noch an anderen Wochentagen Dieben Hände abgehackt, oder Ehebrecherinnen gesteinigt. Aber in Saudi Arabien zum Beispiel.

Aber Tibet? Sich da abzukaspern ist billig und bringt Sympathiepunkte, auf der nach oben offenen Skala der gefühlten Weltpolitik. Es hat aber nix mit Realismus zu tun. Vielmehr aber mit den imperialistischen Gelüsten der Amis. Oder glaubst du, dass sie an diesem asiatischen Filetstück der Weltpolitik kein eigenes Interesse haben?

2.Birma

Wieviel Einfluss hat China in Birma? Sehr wenig. „Die (Chinesen) habe einen sehr begrenzten Einfluss (in Birma), wie alle Ausländer übrigens“. Das sagt zumindest William Overholt, kein geringerer als der Direktor des angesehenen RAND Center for Asian Pacific Policy, in the Los Angeles Times vor drei Tagen (http://www.latimes.com/news/opinion/commentary/la-oe-howley6oct06,0,5298498.story?coll=la-news-comment-opinions). RAND ist wohl der weltweit angesehenste Think Tank in Bezug auf Asien. Overholt berät ausserdem die birmanische Demokratie-Bewegung, aus der 1989 die Provisorische Revolutionsregierung in Birma hervorgeging. „Der oberste Grundsatz dieser Regierung ist es, sich von der Aussenwelt vollständig zu isolieren, sodass niemand Einfluss nehmen kann“ – so Overholt.

In meinen Augen wird hier Chinas Einfluss schon wieder – wie im Fall Nord-Koreas – sehr überschätzt. Damals hat der Westen China für den Schlüssel im Konflikt mit Nord-Korea gehalten. Man hat Beijing als dem einzigen Partner zugetraut – mit gutem Zureden oder mittels Druck -, auf Pyöngyang Einfluss zu nehmen. Aber im Nachhinein hat es sich rausgestellt, dass Beijing sehr wenig Einfluss hatte. Zumindest weit weniger als Washington. Pyöngyang kam es vor allem darauf an, die USA an den Verhandlungstisch zu kriegen. Und so ähnlich gering ist m.E. Beijings Einfluss in Birma.

Dieser Druck auf Beijing ist für mich ein Teil des globalen China-Bashings, nicht viel mehr.

10 10 2007
Anonymous

1.EU-Vertrag:
wie heisst es doch schon seit 1949 richtungsweisend in unserer aller Verfassung:
„Präambel :
…von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem v er e i n t e n Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben. “
Mit diesem -von unseren gewählten Volksvertretern- anvisierten Ziel eines friedlich-demokratischen Deutschland in einem vereinten Europa als Lehre aus den Nationalkriegen des 19.und 20.Jahrhunderts kann ich sehr gut leben…

und wer ausser den amerikanern kann und will denn heutzutage ueberhaupt noch den weltpolizisten spielen? wer soll denn sonst in krisenherde gehen, wenn nicht die amis?die EU oder die bundeswehr? die macht sich doch schon in die hose, wenn sie ein paar tornados ihren europäischen verbündeten zu harmlosen aufklärungsflügen zur seite stellen muss…
was die un-friedenstruppen -ohne die amis-erreichen bzw.nicht erreichen können, hat man ja schon in Srebreniza sehen können…
und ausserdem sind die usa sind doch schon in afghanistan und versuchen die dortige sharia (wg steinigungen,handabhaken, frauenrechten etcpp.) bzw.die taliban zu demokratisieren…

2.birma:
welchen einfluss hat china in birma? sehr wenig? wer blockiert denn den sicherheitsrat mit seinem veto i.d.birmafrage?

3.Suedkorea
ohne rotchina wäre suedkorea-angesichts seiner z.T. selbst gewählten weltpolitischen isolation- doch wohl seinem ende noch sehr viel näher und doch wohl eher bereit bzw. fast GEZWUNGEN
international zu kooperien und sich internationalen (Sozial-)Standards anzunähern!

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