Der schlimmste Computerfehler…

3 10 2007

… sitzt meist ca. 40 cm vor dem Bildschirm. Diese Weisheit alter Hasen im PC-Kundenservice fiel mir wieder ein, als vor zwei Tagen, beim Lesen von Emails, meine Internetverbindung plötzlich zusammengebrochen war. Weil ich kurz vorher am Rechner gefummelt hatte – Registry gesäubert, verschiedene Updates runtergeladen und installiert -, war ich mir sicher, selbst irgendwelchen Mist verursacht zu haben. Also habe ich zwei Tage lang versucht, den Fehler zu finden und zu reparieren. Aber heute, da dämmerte es mir langsam: Es könnte auch an anderen Dingen liegen. Telefonisch mein Problem auf Chinesisch zu erklären, erschien mir doch noch ein wenig zu früh. Bin hier erst einen Monat. Wissen Sie, der Splitter ist folgendermassen verkabelt: Splitter an TAE-Anschlussdose, und NTBA an Splitter (TAE-Anschlüsse front). Und ich glaube, es liegt an der fehlerhaften Versteckung von RJ45 mit TA33, der an NTBA hängt… Und wenn der TA33 korrekt konfiguriert ist, müsste es eigentlich funzen… Es hat mir schon gereicht, vor einiger Zeit mal für eine Bekannte bei der Deutschen Telekom einfach nur den Anschluss zu kündigen – in Deutschland und auf Deutsch! – ist mir übrigens nicht gelungen. Schon das erfordert neben Fachterminologie auch höhere menschliche Qualitäten wie Geduld und Nachsicht sowie ein Hochschuldiplom in Kommunikation.

Und das gleiche telefonisch auf Chinesisch? Wenn schon auf Chinesisch, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Ist irgendwie leichter. Also nix wie hin zu China-Telecom nach Tangjia. Bin der einzige Kunde. Die freundliche junge Dame hört sich mein Leid geduldig an. Kabel drin? Stecker in der Dose? Strom sonst in der Wohnung? – Ja. Ja. Ja! gebe ich ebenso freundlich zu Antwort. Sie greift zum Telefon und ruft den Techniker an. Sind Sie heute abend zu Hause? – wendet sich sich mir wieder zu. Ja… – stottere ich, völlig unvorbereitet auf so einen Vorschlag. Wann könnten wir denn da sein? Ich schaue auf die Uhr: halb fünf. Muss noch etwas besorgen… Sechs?Geht in Ordnung, so ab sechs, der Techniker hat nämlich noch vorher andere Termine. Bevor ich den Laden verlasse, bittet sie mich noch um meine Handynummer und gibt mir die vom Techniker, für alle Fälle. Dieser Fall ist aber nicht eingetreten. Der Techniker kam kurz vor halb sieben, war super freundlich und hat mein Problem nach fünf Minuten gelöst: ein Fehler an einer Schaltung draussen, oder zumindest habe ich ihn so verstanden, nachdem er kurz weg war und dann zurückkam. Fazit: zwei Stunden nach Bekanntgabe meines Problems war es auch schon gelöst. Und ein Leckerli als Dankeschön, das berühmte 麻花 Schmalzgebäck, das es nur in Tianjin gibt, hat er dankend abgelehnt.

Übrigens: Der Splitter hier ähnelt in Form und Größe einem mp3-Player. Er is kein so ein großer Kasten wie in Deutschland.

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2 responses

9 10 2007
Axel

Bin seit Anfang des Jahres im Norden dieses Landes, und habe mit dem Konsumenten Service bisher nur gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht. Irgendwann muss es in Deutschland mit dem Service auch mal so gewesen sein…

9 10 2007
willanders

…. ich glaub, so war es noch bis in die siebziger Jahre hinein. Aus welchem Grund auch immer ist es zunehmend schlechter geworden, bis hin zur heute, mit dem Paradebeispiel Deutsche Telekom, die einfach nur das Gegenteil vom Kundenservice bietet.

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