Endlich nach links! – Bilder von meiner Trauminsel (1)

16 09 2007

Nach fast drei Wochen hier habe ich es gestern zum ersten Mal geschafft, meine Schritte nicht wie stets nach rechts zur Bushaltestelle, sondern nach links zu richten: Bin über meine Insel gewandert. Um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen: Es hat sich gelohnt! Aber der Reihe nach.

Hier bin ich gestartet. Das ist mein Zuhause seit Ende August. Ich wohne im zweiten Stock, ziemlich rechts (Eigentlich wohne ich im chinesischen 3. Stock, weil die Chinesen das Erdgeschoss mit „1. Stock“ bezeichnen.):

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Der Blick vom Balkon aus: Palmen und Meer soweit das Auge reicht! Ich hab schon schlechter gewohnt:

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Manche der Inselbewohner leben vom Fischfang – mit unterschiedlichen Methoden, wie man sieht:

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Bin weiter am Wasser entlang gelaufen – ich meine… gegangen; ok ok, ich geb’s zu: bin bei dieser Bullenhitze geschlichen. Uff, war das heiss! Von weitem schon sah ich Fischnetze auf Holzgestellen im Wasser. Diese werden mit Hilfe einer Seilwinde ins Wasser gelassen und dann – hoffentlich mit Inhalt – hochgezogen:

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Neugierig wie ich nun mal bin, wollte ich mir die Netze genauer ansehen. Und auf einmal, hinter einem Felsvorsprung, stand ich vor einem abgelegenen Restaurant. Das Restaurant hängt an einem Berghang, direkt über dem Meer. Küche, Gästeraum und Durchgangspfad – alles in einem Raum. Hätte die Hitze gestern nicht den kleinsten Rest meines Hungers weggebrannt, wäre ich sicherlich eingekehrt. Aber dieses Restaurant läuft mir nicht weg. Im Vordergrund werden Fische für den Markt in Tang Jia in der heissen Sonne getrocknet:

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Dort wird allerdings nicht nur der Frischfang serviert. Gleich daneben wird auch Geflügel für den hungrigen Wanderer vorbereitet. In diesen Öfen aus Ziegelsteinen

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werden auch Enten geräuchert:

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Ein Stück weiter, kam ich an einen einsamen Strand. Und da gab’s für mich kein Halten mehr, bin dort einfach schnell ins Wasser gehechtet:

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Widerwillig nur bin ich aus dem lauwarmen Meer gestiegen. Der lange Heimweg wurde mir allerdings wiederholt versüsst durch hinter Felsvorsprüngen plötzlich auftauchende kleine Eilande, die mich an zahllose alte chinesische Landschaftsbilder erinnerten:

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Diese Insel übertrifft definitiv meine Erwartungen, die ich in Deutschland hatte. Klare Luft und konstante leichte Brise; wenig bevölkert; auf einer modernen Straße und über eine Brücke ist die nächste Stadt schnell und problemlos erreichbar – nur um einige der Vorteile von Qi’ao Dao aufzulisten. Hier lässt es sich prima leben! In der Zukunft werde ich meine Schritte öfter mal nach links lenken.

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4 responses

16 09 2007
wenwen

where r the pics…..

17 09 2007
Manuela

Bin jetzt schon gespannt auf die Bilder. Wenn ich deine Berichte lese, hab ich das Gefühl mit dabei zu sein.

Der Schirm steht dir übrigens gut 😉 und die Teeflasche, tja, bei der Hitze gehört die einfach dazu.

Gruss aus der Schweiz

17 09 2007
Pas

auf dem Balkonausblickfoto: hehe, vorne Palmen und hinten dann so ein hässliches Baggerschiff oder sowas. Also mir ist in China alles wie eine Fassade vorgekommen…

17 09 2007
willanders

grundsätzlich hast du recht: hier darf man sich nicht von den freundlichen gesichtern und schönen fassaden täuschen lassen. ich guck immer, was auf der rückseite ist. aber was das foto bzw. meine insel angeht, das ist hier keine urlaubsinsel. hier leben und arbeiten die leute ganz normal. und ganz normal ist es auch, dass hier ein baggerschiff unterwegs ist (ich meine, das ist immer ein und dasselbe). die millionenstädte brauchen schliesslich unmengen an kies für die unzähligen neubauten. ich war letzten Freitag in Guanzhou/Kanton und was da an wolkenkratzern derzeit in den himmel schiesst, da wird einem schon vom angucken schwindelig.

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