Halb zehn. Zhuhai. Die Klasse sitzt.

3 09 2007

Dank einer befreundeten Deutschen, die hier an einer Internatsschule unterrichtet, hatte ich die Gelegenheit den Schulbeginn an einer hiesigen Schule zu erleben. Gestern abend kamen die Schüler aus den Sommerferien zurück, weil am nächsten Morgen das nächste Schuljahr beginnt. Statt erst einmal die Klassenräume, den Schulsportplatz oder ihren eigenen Wohnraum zu zetrümmern oder einfach nur unvermittelt aufeinander loszuschlagen oder sich anzubrüllen – gehen die Schüler in ihre Wohnheime, wo sie ihre sieben Sachen auspacken. Danach gehen sie ruhig in ihre Klassenräume, wo sie noch bis zehn Uhr abends sitzen und still vor sich hin lernen. Erst kurz bevor das Licht um 22.00 Uhr generell ausgemacht wird, gehen sie in ihre Unterkünfte.

Und heute morgen stehen sie schon zu hunderten um viertel vor acht auf dem Sportplatz (gefrühstückt haben sie längst in der schuleigenen Kantine), der zugleich der Auflaufort ist, und nehmen am Appell teil. Weil heute Schulbeginn ist, wird die Nationalflagge gehisst und die Nationalhymne gesungen. Die sechs Männer, die die Flagge bringen, tragen Uniformen in Tarnfarben, die mich an die Trikots der Fussballmannschaft von St. Pauli aus der letzten Saison erinnern. Während die Nationalhymne gespielt wird, heben die Schüler ihren rechten Arm zum Gruss. Wäre die Sonne nicht in ihrem Rücken, hätte ich gedacht, sie wollten ihre Augen vor dem Sonnenlicht schützen. Was mir dabei auffällt: Ausschliesslich Kinder der ersten Jahrgänge heben ihren Arm und auch da längst nicht alle, die älteren stehen so ziemlich teilnahmslos da und scheinen nur auf das Ende der halbstündigen Prozedur – der Hymne gingen zwei Ansprachen vor – zu warten. Auf ihrer Seite des Platzes ist kein einziger Arm in der Luft. Vielleicht haben die älteren Schüler einfach nur gelernt, mit Ihren Kräften sparsam umzugehen: Auf dem Platz ist es schon um diese Zeit locker um die 40°C in der prallen Sonne. Nur Minuten später beginnt der Unterricht.

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2 responses

3 09 2007
wenwen

……………

4 09 2007
Pas

Hab ich auch erlebt an meiner Gastschule (Senior High School). Der ganze Sportplatz voller Schulklassen die in Reihen der Größe nach geordnet stehen. Jeden Montag wird die Fahne gehisst und die Nationalhymne gesungen. Die Schüler, die die Fahne tragen dürfen, sind besonders stolz. Ja, die Teilnahme war nicht dem Alter entsprechend, sondern der Größe. Die Hinteren durften sich erlauben, nicht mitzumachen…

Und wenn kein Montag ist, dann gibt es die so genannte „morning exercise“. Das ist nach 2 oder 3 Schulstunden (ich weiß es nicht mehr) und da stehen alle wieder gleich geordnet (ich muss hinzufügen, dass es über 2000 Schüler waren) und machen zu einer Musik irgendwelche Gymnastikübungen in Reih und Glied. Soll denen Bewegung verschaffen, aber das ist wirklich lächerlich.

Vom Klingeln und raus aus dem Klassenzimmer bis zur Aufstellung vergehen weniger als 5 Minuten….

schon krass irgendwie

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