Hongkong, meine Perle…

1 09 2007

ich bin da! Am frühen morgen am Hongkong-Airport gelandet.

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Am größten und dennoch schönsten, saubersten und modernsten Flughafen, den ich je erlebt habe. Alles perfekt durchdacht bis ins kleinste Detail, wirkt sehr beruhigend auf den Fluggast. Beispielsweise wird man vor der Rolltreppe runter zum Zubringer

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durch ein großes Plakat vom Hinunterstürzen gewarnt: Bleiben Sie ruhig: die Züge fahren alle 2 Minuten!

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Der eine Zug fuhr mir vor der Nase weg, der nächste kam zwei Minutern später. Kurze Überfahrt und schon ist man in der riesigen Ankunftshalle. Auch hier alles perfekt durchdacht und blitzeblank sauber. Selbst die Toiletten – porentief rein, Benutzung natürlich gratis – sind mit dem Gepäckwagen befahrbar, was für Einzelreisende einen wichtigen Aspekt darstellt, wenn man sich zwischen nasser Hose und gestohlenem Koffer entscheiden muss. Hier braucht man keine der Alternativen fürchten: die Hose bleibt trocken und der Koffer im Blick. Auf dem Weg zum Bus- oder Zugbahnhof kann man sich auf viellerlei Weise stärken, Geld wechseln und sich von superfreundlichen, geduldigen und lächelnden chinesischen Mädchen am Informationsstand zum Beispiel über den günstigsten Weg ins Zentrum von Hongkong beraten lassen. Ich habe mich für die billigere Variante entschieden: 3,30 Euro mit der Buslinie A21 nach Kowloon statt 9 Euro mit der Schnellbahn. So konnte ich von der ultramodernen aber streckenweise verstopften Autobahn aus die Umgebung des Duftenden Hafens sehen. Hier duftet er vor allem nach Diesel. Der Containerhafen hat bei mir Erinnerungen an Waltershof geweckt.

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Kowloon hat mich mit der schon erwarteten, in den engen Gassen angestauten Hitze empfangen, hat mir keine Eingewöhnungsphase gegönnt. Volle Kanne Sonne und Hitze. Gerettet haben mich die unzähligen Fruchtsaft-Stände an vielen Ecken in Kowloon.

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Und so konnte ich an der Hongkonger Waterkant die Skyline dieser einzigartigen Stadt geniessen.

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Es ist vieles neu aber zugleich – auch nach 26 Jahren Abstinenz – sehr vertraut. Zum Beispiel die Tatsache, dass Freud und Leid, Glück und Elend hier bisweilen Tür an Tür wohnen.

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Ich oute mich lieber jetzt und gleich: Ich liebe diese Stadt mit ihrer einmaligen Atmosphäre. So jetzt ist es raus.

Nicht weit von der Star Ferry Anlegestelle habe ich eine nette Frau aus Beijing getroffen, die in Hongkong Urlaub machte. Wir haben uns ganz angeregt unterhalten und sind hungrig geworden. In einem nahen Shoppingcenter haben wir eine leckere Hundun-Suppe gegessen. Genau das richtige bei dieser Hitze. Wie geplant um halb vier habe ich mit einem modernen und blitzschnellen Katamaran nach Zhuhai übersetzt; trotz oder vielleicht dank des Schaukelns habe ich den ganzen Weg geschlafen. Am Zhuhaier Hafen wurde ich von Herrn Wang abgeholt und mit einem klimatisierten Van nach Qi’ao gebracht. Bisher wurde ich von Herrn Wang sehr gut betreut, er hat mir überall geholfen, alle Fragen beantwortet. Und so konnte ich den Ausblick aus meinem Fenster geniessen:

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Auch wenn das Wetter für mich erträglich ist, einen Hoffnungsschimmer für Hitzeempfindliche gibt es doch: Für die nächsten Tage haben sie im Fernsehen eine „deutliche Abkühlung“ auf… 35°C vorhergesagt! (Sorry für euch Hamburger)

War bisher so mit dem Erledigen – und vor allem mit Schlafen! Ich bin sooooo müde! – beschäftigt, dass ich es noch nicht geschafft habe, ans Meer zu gehen, das direkt vor meiner Nase den Strand mit gleichbleibenden ruhigen Wellen überspült und von Kümos und Fischerbooten in naher und weiterer Ferne durchpflügt wird. Erstaunlich, in wieviel verschiedenen Farben sich so ein Meer in so kurzer Zeit zeigen kann: von mittelblau bis dunkelgrün in etwa 36 Stunden. Ich habe fest vor, in den nächsten Tagen die schmale Strasse zu überqueren und zumindest meine Zehenspitzen ins Meer zu stecken.

Ihr merkt es schon: So wie es in Deutschland begonnen hat, so geht es hier weiter: perfekt. Alles klappt! Das Internet – läuft; selbst der Online-Zugriff auf mein Bankkonto in Deutschland (https://…) klappt problemlos. Die Geschwindigkeit ist dank DSL der China-Telekom doppelt so schnell wie in Deutschland (hier: 100 MBit/s in Deutschland die Hälfte). Alle Seiten, die ich in Deutschland besucht habe, kann ich auch hier aufrufen.

Wo wir schon bei China und Internet sind, da fällt mir ein, dass wir gestern versucht haben, die polizeiliche Anmeldung zu vollziehen, die hier sofort erfolgen muss. Wir sind nach Zhuhai hingefahren, aber bei der Behörde war niemand anzutreffen, alle Türen waren verschlossen. Vielleicht fand gerade eine Versammlung aller Mitarbeiter statt. Hoffentlich war einer der Tagesordnungspunkte das Aufhängen von Schildern mit allgemeinen Öffnungszeiten und mit „Ich komme in … Minuten wieder“! Im gesamten vierstöckigen Gebäude gab es nämlich nicht einmal einen Hinweis auf gewöhnliche Öffnungszeiten, geschweige denn einen Zettel mit der Info, dass an diesem Tag die Behörde geschlossen bleibt. Der Grund liegt vielleicht schon im Bereich von Staatsgeheimnissen. Wer weiss das schon.

Herr Wang wird wieder hinfahren, um mich anzumelden. Nach dem – universellen – Erlebnis mit, diesmal chinesischen, Behörden sind wir einkaufen gefahren. Das Notwendige in einem Supermarkt eingekauft: eine Kiste Wasser, Waschpulver, Seife, Shampoo, Messer, Becher und Glas, und Obst. Eine kleine Auswahl der Utensilien, die das Überleben hier sichern:

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Auch eine Prepaid-Simkarte für mein Handy geholt: 6 Euro drauf, alles Gesprächseinheiten, bis auf 1 Euro, dass monatlich als Grundgebühr berechnet wird. Chinaweite Gespräche: 1,9 Eurocent/Minute, nach Deutschland: 20 Eurocent die Minute. Allerdings werde ich das nicht so dringend brauchen: Skype läuft hier tadellos. Habe gestern schon meine Mama und meine Schwester in Deutschland angerufen, die sich über meine so schnelle Meldung sehr gefreut haben.

Ganz besonders hat mich Chunhuas Last minute Geschenk gefreut:

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So ist gewährleistet, dass ich jeden Morgen an Hamburg denke.

 

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11 responses

2 09 2007
wenwen

more pics, people will love them…..

4 09 2007
Pas

kleiner Tipp: Bilder verkleinern, das schont einerseits deinen Webspace, ist ja begrenzt und man sieht dann im Artikel das komplette Bild. Das Theme, das du verwendest, verkleinert die nämlich nicht. Achja, schneller zu laden gehen sie dann eh.
Wie verkleinern? Z.B. mit IrfanView.
Oder andere Möglichkeit: Du lädst alles bei http://imageshack.us/ hoch, da kannst du dann auch einstellen, dass er es verkleinert (so 640*460 müsste passen). Dann kopierst du den „direct link to image“ oder wie das heißt und fügst so das Bild bei dir ein, dann brauchst du gar keinen WordPress-Webspace mehr.

aber netter Bericht, macht dir die drückende Luft da nichts aus?

5 09 2007
Anonymous

Hundun-Suppe, das hört sich ja verdächtig nach Rauhhaardackel süß-sauer an… 🙂

5 09 2007
Fynn

Hundun-Suppe, das hört sich ja verdächtig nach Rauhhaardackel süß-sauer an… 🙂

5 09 2007
willanders

erstens: eine Suppe kann nicht süß-sauer sein.
zweitens: Hundun ist das, was der gemeine Chinarestaurant-Besucher in Deutschland unter Wantan kennt; und das war… Kantonesisch. Auf Mandarinesisch heißt es eben Hundun. Die Zeichen sind die gleichen. Alles klar?

5 09 2007
willanders

ach übrigens, wo wir schon bei … meine Perle sind: HSV gegen die anderen haben sie hier am Sonntag live im TV übertragen. Ein Klassespiel. Die Jungs sind echt vorzeigbar diese Saison.

5 09 2007
Julian

Ja über die Suppe hab ich mich auch gewundert^^. Na das sind doch mal schöne aussichten für schöne Urlaube.

6 09 2007
willanders

obwohl das mit dem Hund in Hundun ist ja garnicht nicht so abwegig wie es scheint. Die Schweinefleischpreise sind exorbitant gestiegen – Folgen der Schweinepest hier – und wenn man die merkantil-praktische Veranlagung der Chinesen kennt… Sollte das Hundefleisch billiger sein als das vom Schwein… kleiner Scherz!

6 09 2007
willanders

so, ich habe die fotos jetzt verkleinert und reingesetzt. Aber die ganze Aktion ist ein Blindflug: ich kann das Ergebnis nicht sehen. Ich kann noch nicht mal das Bild im Header meines Blogs sehen. Kann mir bitte jemand schreiben, ob man die Bilder einfach so sehen kann und wie sie zu sehen sind: als Thumbnails oder ganz. Danke.

6 09 2007
Pas

header-Bild ist zu sehen.

Alle anderen als funktionierende Thumbnails. Nur das „relax“-Bild ist noch oben drüber in Originalgröße.

7 09 2007
wenwen

haha , u use the same tissue paper and washing powder as me several years ago!

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