Give me one reason to stay here…

21 08 2007

Seit Monaten schon wollte ich wissen (bevor ich nach China gehe), mit welcher Methode bei mir ein bestimmter ärztlicher Eingriff vor mehr als 13 Jahren durchgeführt wurde. Ich denke, diese Info kann für den anderen Arzt nützlich sein, falls ich jemals beschliessen sollte, diese Massnahme rückgängig machen zu lassen. Und als ich heute an der Praxis des Urologen, der diesen Eingriff damals durchgeführt hatte, vorbeiging, da fiel mir mein Vorhaben wieder ein. Ich zu Fuss in den dritten Stock. Praxis noch zu. Mittagspause erst in 20 Minuten vorbei. Warten. Pünktlich um drei wird die Tür von innen aufgeschlossen. Ich rein und erkläre der aus ihren noch verschlafenen Augen düster dreinschauenden Sprechstundenhilfe freundlich meine Frage. Sie sagt, der Arzt kommt erst um halb vier. Ich wieder runter, einen Döner gegessen, eine Kleinigkeit eingekauft. Um halb vier wieder hoch. Die Sprechstundenhilfe fragt mich – ihre Finger tippbereit auf der PC-Tastatur – wo ich den versichert bin. Auf meine erstaunte Frage, wozu sie das braucht, antwortet sie barsch: „Für die Rechnung natürlich!“. Ich guck sie mit weit aufgerissenen Augen an: „Bitte? Eine Rechnung für die Antwort: Massnahme A bzw. B???“ Ich muss sie so entgeistert angesehen haben, dass sie, zwar widerwillig aber immerhin, aufstand und sich ins Sprechzimmer von Dr. Schönfelder schleppte. Nach einer Weile kam sie zurück, drückte mir wortlos ein Faltblatt in die Hand mit einem Gesichtsausdruck der besagte: Und jetzt verpiss dich, du stiehlst meine kostbare Zeit!

Zurück auf der Strasse fiel mir das Lied von Tracy Chapman ein Give me one reason to stay here, and I’ll turn my back around, das ich prompt anfing zu summen. Mir fiel auch noch ein, dass ich in China nur schwer Schuhe in meiner Größe – 44, 45 – kriege. Also rein zu Görtz gleich um die Ecke. Soweit ich sehen kann, bin ich der einzige Kunde in diesem mittelgroßen Laden, bei diesem Regen draußen kein Wunder. Eine etwas betagte Verkäuferin kriecht zwischen den Regalen herum und packt etwas emsig ein und aus. Ich sehe mich in Ruhe um. Auf ihrem schnellen Gang von ihrer Wirkungsstätte passe ich sie im letzten Moment noch ab, bevor sie offenbar in den Lagerräumen hinter dem Laden verschwindet. Auf meine freundliche Frage, ob sie denn noch mehr ähnliche Modelle – ich deute auf entsprechende Schuhe hin – im Laden hat, vielleicht im Angebot (der Sommer ist schließlich vorbei, ohne überhaupt gekommen zu sein) knurrt sie irgendetwas, das wie Nein! klingt und läuft an mir vorbei, ohne ihren Schritt zu verlangsamen.

Give me one reason to stay here…

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