Mir fällt auf, dass ich in China noch keine Funklöcher erlebt habe. Dabei ist das Land 27 Mal größer als Deutschland. Ok, ich war noch nicht im äußersten Westen, was dem Osten in Deutschland und Europa entspricht. Die Provinzen (bzw. Autonome Regionen) Xinjiang, Tibet, Qinghai oder Innere Mongolei etwa sind wesentlich dünner besiedelt, weniger entwickelt, insgesamt ärmer als die östlichen. Vielleicht ist dort die Versorgung mit Richtfunkanlagen nicht so gut wie hier im hochentwickelten Westen und Süden.
Auf die Überlegung bin ich gekommen, nachdem ich auf meiner Inselwanderung am letzten Sonntag an diesem Schild vorbeigeschlichen bin:
Wie man sieht, ist auch meine klitzekleine Insel am Ende von China lückenlos abgedeckt.
Mir fällt überhaupt auf, dass die Chinesen völlig handyverrückt sind. Soweit ich das sehe, haben viele Chinesen gar keinen Festanschluss mehr. In der Stadt – alle drei Meter ein Handyladen, auch die letzte Bäuerin auf dem Geflügelmarkt telefoniert mit der linken, während sie mit der rechten ein lebendes Huhn der Kundin präsentiert. Ich habe hier schon Fischer auf den Booten telefonieren sehen. Neulich hat ein zahnloser Greis im Bus völlig unverständliche Laute in sein Handy gemurmelt. Von den Jungen ganz zu schweigen. Völlig selbstverständlich klappen sie ihr Handy auf, wenn sie im Gespräch mit mir sich nicht verständlich machen können und nach der Englisch-Übersetzung dort suchen. Kommt man in eine andere Stadt, wird man automatisch per SMS begrüsst und mit Wetter- und anderen Informationen versorgt. Mir fällt auf, dass die Chinesen vielfältiger und häufiger ihr Handy benutzen als die Deutschen.
Und viel, viel häufiger als ich. Ich habe nämlich meine abgrundtiefe Abneigung gegen diese kleinen Dinger immer noch nicht abgelegt. Auch wenn ich hier schon sogar Smsen musste, benutze ich mein Handy nicht gerne. Aber es nützt nichts, ich werde mir bald ein neues Handy zulegen müssen: Meines kann nämlich kein Chinesisch.