My name is Feiertag. Nationalfeiertag.

9 10 2007

Chinesische Eltern haben mehr als 400.000 Kindern den Vornamen Guoqing gegeben. Das meldet das National Citizen Identity Information Center. Guoqing bedeutet: Den Staat feiern, und ist die Bezeichnung für den Nationalfeiertag anlässlich der Staatsgründung am 1. Oktober 1949. Auch wenn die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua den Patriotismus der Eltern als Grund angibt, es könnte sich auch um eine hintersinnige Anspielung der Namensgeber handeln: Dieser Feiertag ist auch der Anlass für eine der drei Goldenen Wochen in China – die heiss herbeigesehnten Urlaubswochen.

 

 





Zu teuer? Zu billig? Egal, China ist immer schuld

9 10 2007

Im Streit um billige Stahlimporte aus China will die Bundesregierung den Druck auf China in der Europäischen Union erhöhen, berichtet die tagesschau: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/stahl10.html. Unter anderem heisst es dort: Stahlhersteller wie ThyssenKrupp und Salzgitter werfen China vor, (…) mit Billig-Stahlprodukten auf die internationalen Märkte zu drängen. Die Konzerne wollen sich nun dagegen wehren. China ist der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt und seit kurzem Nettoexporteur. Der deutsche Stahlverband rechnet damit, dass das Land in diesem Jahr zehn Millionen Tonnen Stahl in die EU exportiert – doppelt soviel wie 2006. Am stärksten wird (…) die Nachfrage in Brasilien, Russland, Indien und China steigen, das inzwischen der weltweit größte Stahlproduzent und Stahlverwender ist.

Also ich, Mensch von geringem Verstande, begreife da etwas nicht. Jahrelang wird auf China von allen Seiten eingeprügelt: Nur wegen Chinas unstillbarem Hunger nach Stahl stiegen seine Preise ins unermessliche. Ob Fahrpreiserhöhung bei der Deutschen Bahn ab Dezember (Stahlpreise sind zu hoch) , ob Bauverzögerungen bei etlichen deutschen Bauprojekten (weil die Chinesen jedweden Stahl aufkaufen, so die Projektleitung einer Bahnlinie in München) – an allem ist China schuld. Und nun heulen sie, dass der Stahl billiger geworden ist – und wer ist schuld? China natürlich. Also liebe deutsche Wirtschaftsexperten und Politiker, entscheidet euch! Entweder, oder. Beides geht nicht.

Fakt ist: China hat innerhalb von nur zwei Jahren seine Stahlproduktion fast vervierfacht, und dementsprechend wird der Überschuss nun auf dem Weltmarkt angeboten. Und weil es davon so viel gibt, ist er günstig zu haben. Volkswirtschaftslehre, 1. Semester, 1. Vorlesungsstunde.